„Du hast die Mutter meines ungeborenen Kindes angefasst. Jetzt werde ich dir alles nehmen.“
Grant Vale starrte Luca Moretti an, als hätte er einen Geist gesehen. Sein Gesicht, sonst so perfekt für Kameras und Wahlplakate, verzerrte sich vor Wut und Schrecken. „Dein Kind? Du lügst! Claire gehört mir!“
Luca trat einen Schritt vor. Die Sicherheitsleute hinter ihm blieben regungslos, doch ihre Präsenz füllte den gesamten Flur. „Sie hat dir nie gehört. Du hast sie geschlagen, eingesperrt und versucht, mein Kind zu töten. Heute Nacht endet deine Herrschaft.“
Im OP-Vorbereitungsraum kämpften die Ärzte weiter um Claires Leben. Das Baby zeigte starke Stresszeichen, doch Dr. Feldman schaffte es, die Blutung zu stoppen. Claire wurde in ein privates Zimmer verlegt, bewacht von Lucas Männern. Als sie Stunden später aufwachte, saß Luca an ihrem Bett und hielt ihre Hand.
„Luca…“, flüsterte sie schwach. Ihre Finger legten sich schützend über ihren Bauch. „Ich hatte solche Angst.“
Er beugte sich vor und küsste ihre Stirn. „Du bist jetzt in Sicherheit. Ich habe drei Jahre lang auf den richtigen Moment gewartet. Grant dachte, er könnte mich mit seinem Kreuzzug zerstören. Stattdessen hat er mir das Wertvollste genommen – dich.“
Claire erzählte ihm alles unter Tränen. Wie Grant vor Monaten herausgefunden hatte, dass sie Kontakt zu Luca aufgenommen hatte, um Beweise gegen ihn zu sammeln – doch stattdessen hatte sie sich in ihn verliebt. Wie er sie in jener Nacht angegriffen hatte, als er die Wahrheit über das Kind erfuhr. „Er sagte, er würde das Baby töten, bevor es geboren wird. Damit niemand erfährt, dass es nicht seins ist.“
Luca hörte schweigend zu. Seine Augen waren dunkel vor Wut, doch seine Berührung blieb zärtlich. „Er wird nie wieder die Chance dazu bekommen.“
Am nächsten Morgen brach die Hölle über Grant herein. Lucas Anwälte legten dem Gericht Beweise vor: Aufnahmen von Grants Misshandlungen, Banküberweisungen, mit denen er Beweise gegen Luca gefälscht hatte, und medizinische Berichte, die die Misshandlungen dokumentierten. Grants Wahlkampf zerbrach über Nacht. Die Presse nannte ihn „den Staatsanwalt, der seine eigene Frau fast getötet hat“.
Drei Wochen später, nach einer Notkaiserschnitt-Entbindung, hielt Claire ihre Tochter in den Armen. Das kleine Mädchen hatte Lucas dunkle Augen. Grant saß zu diesem Zeitpunkt bereits in Untersuchungshaft – wegen schwerer Körperverletzung, versuchten Mordes und Korruption. Sein Vermögen wurde eingefroren, sein Ruf war für immer zerstört.
Luca stand neben Claires Bett, eine Hand auf der Schulter seiner Tochter. „Sie wird nie erfahren, was Angst ist“, sagte er leise. „Nicht solange ich lebe.“
Claire schaute zu ihm auf, müde, aber zum ersten Mal seit Jahren frei. „Ich habe gedacht, ich wäre tot, als ich in die Notaufnahme kam. Stattdessen habe ich neu geboren.“
Sie zogen gemeinsam in ein ruhiges Anwesen außerhalb der Stadt. Weit weg von den Schatten Bostons. Claire lernte, wieder zu lachen. Die kleine Sophia wuchs auf mit zwei Eltern, die sie bedingungslos liebten – auch wenn ihre Geschichte in Blut und Regen begonnen hatte.
Manchmal, wenn der Regen gegen die Fenster prasselte, hielt Claire Lucas Hand fester. Doch die Angst war verschwunden. Die Wölfe waren besiegt. Und sie war endlich lebendig.
**THE END**
