**Teil 3: Die Wahrheit im Visier**

 

Schüsse zerrissen die Winternacht. Glas splitterte im Erdgeschoss. Aleandro drückte Julia fester an sich, seine Waffe schussbereit.

„Bleib hinter mir“, knurrte er. „Egal, was passiert.“

„Aleandro…“, flüsterte Julia, ihr Herz hämmerte. „Die Festplatte – wenn Dario sie bekommt…“

Er schaute sie kurz an, etwas Weiches in seinen sonst so harten Augen. „Du bist wichtiger als die Festplatte.“

Sie rannten durch den dunklen Flur der Villa. Unten brüllten Männer. Dario Dragnas Stimme hallte durch das Haus: „Ich will meine Braut zurück, Mancini! Und meine Beweise!“

Aleandro schob Julia in ein verstecktes Arbeitszimmer und verriegelte die Tür. Er steckte die Festplatte in einen Laptop und öffnete die Bilder. Korrupte Politiker, Waffenkisten, Dario selbst mit blutigen Händen – alles war da.

„Heilige Scheiße“, murmelte Aleandro. „Damit können wir ihn für immer erledigen.“

Julia trat näher. „Aleandro… warum hast du mich wirklich mitgenommen?“

Er drehte sich zu ihr um. Seine Hand strich über ihre Wange. „Zuerst wegen der Kamera. Dann… weil du mich angeschaut hast, als wäre ich mehr als nur ein Monster. Und jetzt? Jetzt kann ich dich nicht mehr gehen lassen.“

Ein lauter Knall ließ die Tür erzittern. Dario schrie von draußen: „Julia! Komm raus! Du gehörst mir!“

Aleandro stellte sich schützend vor sie. „Sie gehört niemandem. Schon gar nicht dir.“

Die Tür brach auf. Dario stand da, Waffe erhoben, zwei Männer hinter ihm. Blut tropfte von seiner Schläfe. „Gib mir die Schlampe und die Festplatte, oder ich töte euch beide.“

Julia trat vor, trotz Aleandros Versuch, sie zurückzuhalten. Ihre Stimme war klar und fest: „Ich bin keine Trophäe, Dario. Nicht deine. Nicht seine. Ich habe die Fotos gemacht. Und ich werde sie der Polizei geben.“

See also  **TEIL 3: Die Frau, die niemand erwartet hatte**

Dario lachte böse. „Du bist nur eine naive kleine…“

Weiter kam er nicht. Aleandro schoss. Ein gezielter Schuss in die Schulter. Darios Männer wollten feuern, doch plötzlich stürmten Aleandros Leute herein. Schüsse fielen. Chaos brach aus.

Inmitten des Kampfes zog Aleandro Julia in seine Arme und küsste sie hart, verzweifelt. „Ich liebe dich, verdammt noch mal“, flüsterte er an ihren Lippen. „Nicht als Waffe. Als meine Frau.“

Als der Rauch sich legte, lag Dario gefesselt am Boden. Die Festplatte war gesichert. Die Polizei – diskret von Aleandro informiert – würde bald eintreffen.

Später, als die Villa wieder still war, standen sie am See. Der Schnee fiel leise.

„Also… bist du immer noch Jungfrau?“, fragte Aleandro leise, diesmal ohne Spott, nur mit zärtlicher Neugier.

Julia lächelte und lehnte sich an ihn. „Nicht mehr lange, wenn du mich weiter so anschaust.“

Er lachte leise und zog sie fester in seine Arme. „Dann heirate mich richtig, Julia. Kein gestohlener Kuss. Keine erzwungene Braut. Nur du und ich.“

Sie nickte. „Ja.“

Die Kamera hatte nicht nur ein tödliches Geheimnis enthüllt. Sie hatte auch eine Liebe enthüllt, die stärker war als jeder Krieg.

**THE END**

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